Sonntag, 09.11.2008

 

Wir bekommen um 8 Uhr Frühstück und gehen dann zum Goethe-Institut, um uns mit Lilli Kobler zu treffen. Wir sitzen auf dem Dach und sie erzählt uns Etwas über die Struktur der Jugendarbeit in Ägypten (fehlende Vernetzung, viel Engagement, wenig Geld, staatliche Repressionen). Das Goethe-Institut versucht mit verschiedenen Aktionen vor allem die Vernetzung zu fördern.

 

Gruppenfoto Goethe-Institut

Gruppenfoto auf dem Dach des Goethe-Instituts

 

Wir sprechen noch informell über das Leben in Ägypten und treffen uns danach mit Sebastian, der die deutsch-arabische Jugendwebseite Lilak (für mich - für dich) betreut. Er ist mit dem Goethe-Institut in Kontakt gekommen, als er mit dem Fahrrad von Leipzig nach Kapstadt unterwegs war.

 

Büro von Sebastian

Im Büro von Sebastian

 

Danach treffen wir uns mit Tamer El-Fouly von der Federation of Egyptian Youth NGOs, einer Dachorganisation von mittlerweile 14 NGOs.

 

 Besprechung mit Tamer

Besprechung mit Tamer

 

Hier offenbaren sich die ersten Probleme für die Umsetzung unserer Planung, auch weil unsere Kontaktliste im Hotel gelassen wurde. Tamer telefoniert herum und man fühlt sich dabei etwas verlassen. Die Kommunikation per E-Mail im Vorfeld hat offenbar nicht reibungslos funktioniert. Wir fragen uns, ob die mangelnde Vorarbeit an uns liegt oder ob er zu viel versprochen hatte. Im Nachhinein gesehen ist es in Ägypten tatsächlich eher schwierig, Dinge auf lange Sicht zu planen, aber es klappt dann trotzdem irgendwie, wenn auch anders. Dann trifft uns eine Frau von Nahdet El Mahrousa, deren Büros direkt nebenan liegen und die sich als "Brutkasten" für Unternehmen mit gesellschaftlichem Nutzen sehen. Wir anderen lachen über Stefan, als er das Jugendwerk vorstellt, da das Wort "Bezirksjugendwerk" in einem englischen Satz grotesk wirkt. Dies provoziert einen kleinen internen Eklat.

Abends herrscht noch immer das aufgekommene organisatorische Chaos und das erhöht das interne Konfliktpotenzial. Tamer hat sich immer noch nicht gemeldet und wir warten auf seinen Anruf. Es wird ein kurzer Shopping-Trip mit Rocky geplant.

 

Auf dem Dach

Mit Rocky auf dem Dach vom Hotel

 

Anna und Stefan bleiben im Hotel, die anderen folgen ihm. Boss hat Füße. Rocky führt uns zielstrebig zu einem kleinen Souvenir-Laden. Wir kaufen ein paar Sachen, kehren zum Hotel zurück und begeben uns per Taxi zu einem von Rocky vorgeschlagenen Jazz-Festival.

 

Jazz-Festival

Das Jazz-Festival

 

Das ist nicht wirklich mein Fall. Die Musik gefällt mir nicht, ich muss rumsitzen und zuhören, Langeweile kommt auf, aber in der Pause kann man auf eine Brücke über den Nil.

 

Der Nil bei Nacht

Der Nil bei Nacht 

 

Wir laufen zum Hotel zurück. Das ist ganz schön, wir können uns dabei noch ein bisschen die Stadt ansehen. Wir gewöhnen uns langsam an den Verkehr und entwickeln die nötige Dreistigkeit. Bin angenervt, weil ich ständig das Gefühl habe, dem sehr dominant wirkenden Rocky hinterher zu laufen. Da komme ich nicht drauf klar.

Ansonsten war dieser Tag unentspannter als der davor, vielleicht wegen des aufkommenden Chaos. Hätte nachmittags wegen Nichtigkeiten platzen können, aber ich komme abends wieder runter und bin entspannter. Tomek fährt mit einem der Hotel-Manager einkaufen, es gefällt ihm sehr gut.

 

> Montag, 10.11.2008