Dienstag, 11.11.2008
Wir gönnen uns eine etwas längere Nacht und gehen gegen 10 Uhr zum Ägyptischen Museum.

Das Ägyptische Museum von außen.
Drinnen darf nicht fotografiert werden.
Es gibt strenge Sicherheitsvorkehrungen wie am Flughafen, viel Polizei, aber der Polizist vor dem Bildschirm zum Durchleuchten des Gepäcks schreibt lieber SMS. Grotesk. Das Museum ist sehr beeindruckend, wirkt aber etwas mit Ausstellungsstücken überfüllt und natürlich ist unsere verfügbare Zeit viel zu kurz. Aber die Highlights, wie die Grabbeigaben Tutanchamuns, können wir sehen. Ein seltsames Gefühl vor etwas zu stehen, das man nur von Fotos kennt. Das ganze Museum ist von Touristen überlaufen, die offenbar direkt von ihren Badeorten mit Reisebussen herangekarrt wurden und offensichtlich nicht in der Lage waren, sich etwas dezenter zu kleiden.

Warten in der Sonne
Erscheint mir ignorant und respektlos und ich rege mich etwas auf. Hassan holt uns vor dem Museum ab und wir gehen zusammen Koshari essen.

Mit Hassan im Restaurant

Koshari: Nudeln, Reis und Linsen mit Tomatensauce
und Röstzwiebeln. Lecker und unschlagbar billig.
Er telefoniert ständig, um Termine für uns zu organisieren. Er ist wirklich eine große Hilfe und hat eine Menge über Ägypten zu erzählen. Wir gehen noch ein bisschen in ein ägyptisches Café, Shisha rauchen und Tee oder Kaffee trinken.

In einer zum Café umfunktionierten Garage.
Shisha, Kaffee, Tee und Entspannung.
Danach fahren wir vom völlig chaotischen Sammeltaxi-Bahnhof aus zu "New Vision". Unterwegs wird noch, völlig überraschend für uns, Ralf, ein deutscher Journalist, eingesammelt. Er sitzt dann vorne im Auto mehr oder weniger auf Stefans Schoß.

Mit Ralf im Auto wird's doch etwas eng.
Aber der Fahrer hat die Ruhe weg.
Der Stadtteil, in dem sich das Büro von New Vision befindet, ist zwar angeblich reich, aber für uns mit seinen staubigen Straßen ein deutlicher Kontrast zu Downtown.

Treffen mit "New Vision" auf der Straße
Die Leute von NGO machen einen sehr netten und vor allem sehr engagierten Eindruck, auch wenn nicht alle von ihnen englisch sprechen.

Ein improvisierter Vortrag über das Jugendwerk
Was diese Leute mit ihren beschränkten Mitteln und in ihrem Umfeld auf die Beine stellen, nötigt mir größten Respekt ab. Anna, Stefan, Corinna und Tomek fahren danach mit einem Taxi direkt zum Hotel zurück, der Rest läuft noch ein bisschen mit den Leuten von New Vision und Hassan durch das Stadtviertel und wird zu einem Zuckerrohrsaft eingeladen.

Gruppenfoto mit den Leuten von "New Vision"
Danach fahren wir mit einem Sammeltaxi zum nächsten U-Bahnhof. Die U-Bahn ist sehr billig und gut, sieht aus wie im Ruhrgebiet und der Bahnhof könnte auch in Gelsenkirchen sein. Wir gehen ins Hotel und besprechen noch einige Termine mit Hassan, der nach Alexandria zurück muss. Wir bestellen etwas zu essen bei Pizza Hut, da einige Leute offenbar Lust auf deutsches Essen haben.