Mittwoch, 12.11.2008
Ein wunderbar interessanter und aufschlussreicher Tag, an dem zu allem Überfluss auch noch alles bis auf ein paar Kleinigkeiten klappt. Da Hassan ja nach Alexandria zurück gefahren ist, sind wir mehr oder weniger auf uns allein gestellt, aber es ist ja schon alles geplant worden.
Zuerst besuchen wir die "Dreamers of Tomorrow" und hören einen interessanten, aber auch distanzierten und professionell wirkenden Vortrag.

Bei den "Dreamers of Tomorrow"
Danach kehren wir, was eigentlich unsinnig ist, ins Hotel zurück und gehen von dort aus zum Al-Andalus-Institut, einer eher auf Bürger- und Menschenrechte fokussierten NGO.

Foto mit einigen Leuten von "Al-Andalus"
Auch diese Leute machen eine Menge (Internetseite und ein Internet-Radio mit Nachrichten, Auswertung der ägyptischen Presse, Vorträge und Workshops etc.).

Hier werden gerade Nachrichten für das
Internet-Radio gemacht.
Sie machen wirklich großartige Arbeit, bekommen dafür aber auch staatliche Repression zu spüren. So brannte etwa nach einer ihrer Aktionen an der amerikanischen Universität unter mysteriösen Umständen ihre Küche, bei ihren Vorträgen ist ein Mensch vom Geheimdienst zugegen und schreibt mit, usw.

In der abgebrannten Küche.
Repression (fast) live.
Ahmed Samih erzählt außerdem, dass er häufig von ihnen angerufen wird. Er erzählt viel über den ägyptischen Staat und über eine gelenkte Demonstration.

Auf der Fahrt nach El Mokattam
Abends besuchen wir "Fat'het Kheir" ("Ein guter Anfang") in El Mokattam, einem Vorort von Kairo. Es ist noch kein Slum, aber nicht weit davon entfernt und unser Fahrer fühlt sich sichtlich unwohl und will so schnell wie möglich wieder weg. Vielleicht wissen wir nicht genug, um Angst zu haben, aber ich persönlich würde mich in Berlin-Neukölln unsicherer fühlen. Wir treffen uns zuerst mit einer Mitarbeiterin der NGO. Auch sie machen mit extrem beschränkten Mitteln eine Menge und wir entwickeln den Wunsch, aus Deutschland zu helfen.

Die Sanitätsstation von "Fat'het Kheir"

Wir erklären, wie man das von uns verschenkte Mikado spielt.
Zwischenzeitlich ist unser Fahrer verschwunden, um eine Shisha zu rauchen, aber er lässt sich wieder heran telefonieren. Danach können wir noch ein Kinder- und Jugendzentrum der Organisation besuchen. Es ist wunderschön, all die bastelnden und spielenden Kinder zu sehen. Ein junger Mann mit Clownsnase spielt mit einer Gruppe Kinder und wir werden eingeladen mitzumachen.

Livemusik für eine Art "Reise nach Jerusalem"

Wir werden in den Kreis eingeladen ...

... und machen gerne mit.

Bastelnde Kinder

Lebensfreude
Das macht uns allen super viel Spaß. Tomek gewinnt bei einem Spiel. Mit dieser Organisation werden wir versuchen in Kontakt zu bleiben, sie machen echt tolle Arbeit und können auch materielle Hilfe gut gebrauchen. Danach fahren wir ins Hotel zurück und holen uns Etwas zu essen.

Abendessen. So lässt es sich aushalten.